Hilfstransport startet nach Rumänien
BERICHT DER SZ VOM 09.05.2026
Seit 35 Jahren unterstützt der DRK-Ortsverein Hüttigweiler-Hirzweiler Bedürftige in Rumänien – auch aktuell mit einer 40-Tonnen-Lkw-Lieferung Hilfsgüter nach Lipova.
Aus einer zufälligen Begegnung im Jahr 1990 entstand eine Hilfsaktion für Bedürftige in Rumänien, die bis heute anhält. Aktuell wurde dieser Tage vor dem Kleiderladen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Welschbach durch ehrenamtliche Helfer des DRK-Ortsvereins Hüttigweiler-Hirzweiler ein 40-Tonnen-Lkw beladen. Der rumänische Fahrer Drai Ionica war im Auftrag seiner Spedition in Deutschland unterwegs und machte Station am Kleiderladen in Welschbach.
Die Ladefläche durften die Helfer zu drei Viertel beladen. Ionica fuhr anschließend weiter nach Stuttgart, um eine weitere Ladung abzuholen. Der Fahrer legt insgesamt mit Hin- und Rückreise 2.800 Kilometer zurück. Er wird am Samstagabend in Lipova (Rumänien) ankommen.
Die Hilfsgüter übernimmt dort am Sonntag ein langjähriger Freund, der dort das Sozialkaufhaus betreibt. Dort können Bedürftige für wenig Geld Kleidung kaufen. Mit dem Erlös der Verkäufe werden zwei hauptamtlich Beschäftigte bezahlt (je 400 Euro). „Mit dem erwirtschafteten Geld werden Fahrkarten für sozial schwache Kinder gekauft, damit diese die Schule besuchen können“, erklärte Fabio Jochum, Vorsitzender des DRK Hüttigweiler-Hirzweiler und somit Verantwortlicher für den Kleiderladen. Es werde auch ein Mittagessen für sozial schwache Kinder und Jugendliche in einem Internat in Lipova bezahlt, teilte er weiter mit.
Die kostenlose Verteilung der Hilfsgüter an die Not leidende Bevölkerung übernehmen die Helfer des DRK selbst. Diese Hilfsaktion war bereits die zweite des DRK-Ortsvereins in diesem Jahr, den die ehrenamtlichen Helfer zusammen mit dem Deutsch-Rumänischen Freundschaftskreis Saarland durchführten. Dessen Vorsitzender Willi Gehring begleitete die Aktion persönlich und dankte den Helfern Fabio Jochum, Martin Schreiner, Roland Jochum, Roland Baltes, Hartmut Jochum, Thomas Kessler und Peter Binzel.
„Der Grund, weshalb wir seit 35 Jahren immer noch Hilfe in dieses Land bringen, ist die große Armut der Landbevölkerung. Für uns ein unverständlicher Zustand. Alte Menschen und besonders die zurückgelassenen Kinder leiden unter Armut und Aussichtslosigkeit“, begründet Fabio Jochum das Engagement seines Teams. „Insgesamt haben wir schon 600 Tonnen Hilfsmaterial nach Rumänien transportiert.“ So wurden unter anderem Sonderaktionen mit verschiedenen Schwerpunkten durchgeführt. Dabei wurden unzählige Pflegebetten, Tische und Stühle und Schuleinrichtungen nach Rumänien geliefert.
Dieses Mal bestand die Ladung des Sattelschleppers aus 900 Kisten Kleidungsstücken, fünf Schreibtischen, 50 Paar Gehhilfen, einem Schreibtischstuhl und vielen Spielwaren. Die Helfer hätten gerne noch Fahrräder mitgegeben, denn diese sind immer sehr begehrt. „Leider haben wir derzeit keine Fahrräder auf Lager. Eine Freude wäre es, wenn wir welche als Spende bekommen könnten“, sagte Fabio Jochum. Die Mitglieder seines Ortsvereins planen schon eine weitere Hilfsaktion: Sie werden dann ein Haus für behinderte Kinder, die verstoßen sind, besuchen. Die Kosten für die jährlichen Aktionen zahlen die ehrenamtlichen Helfer aus eigener Tasche.