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Verdun - eine Reise, die nachhallt

Gemeinsam erinnern, Geschichte verstehen und den Wert des Friedens spüren.


Gemeinsam unterwegs, dank einer besonderen Idee

Am Samstag, dem 26. September 2026, führte uns ein gemeinsamer Ausflug der DRK-Ortsvereine Hüttigweiler-Hirzweiler und Bubach-Calmesweiler/Macherbach nach Verdun in Frankreich. Mit dem Reisebus machten sich 38 Teilnehmer auf den Weg: 27 aus Hüttigweiler-Hirzweiler und elf aus Bubach-Calmesweiler.

Den Anstoß zu dieser besonderen Fahrt gab Bernd Längler, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Bubach-Calmesweiler/Macherbach und der Reservistenkameradschaft Püttlingen. Er unterbreitete unserem 1. Vorsitzenden Fabio Jochum die Idee, gemeinsam die Erinnerungsorte rund um die Schlacht von Verdun zu besuchen. Fabio war sofort begeistert, und auch bei unseren Vereinsmitglieder:innen fand das Vorhaben großen Zuspruch. Gemeinsam stellten die beiden die Reise auf die Beine.

Schon die Idee verdient einen besonderen Dank: Bernd Längler ermöglichte uns einen Tag, an dem wir Geschichte an ihren Schauplätzen kennenlernen und ihre Folgen besser verstehen konnten. Es sollte eine Reise werden, deren Eindrücke tief nachhallen – geprägt vom Gedenken an die Opfer des Krieges und vom Bewusstsein für den Wert des Friedens.

Die Kosten für den Reisebus übernahmen die beiden Ortsvereine. Dadurch war die Busreise für die Teilnehmer kostenfrei.
Für diese großzügige Unterstützung bedanken wir uns herzlich bei beiden Vereinen.

Ein saarländisches Frühstück mit französischer Note

Bevor wir unser erstes Besichtigungsziel erreichten, stand zunächst eine gemeinsame Stärkung auf dem Programm. Kurz hinter der Grenze kauften wir in einer französischen Bäckerei frisches Baguette – die passende Ergänzung zur mitgebrachten Lyoner vom Globus.

Einige Kilometer vor Verdun legten wir auf einem Rastplatz eine Pause ein. Dort genossen wir gemeinsam unser „saarländisches Frühstück“ mit Lyoner und echtem französischen Baguette. Ein prickelnder Sekt rundete den Auftakt ab.

Spendiert wurde dieses Frühstück von den Kollegen des DRK Bubach-Calmesweiler.
Auch dafür sagen wir noch einmal ganz herzlich Danke!



Fleury - eine Begegnung, die Türen öffnete

Gestärkt fuhren wir weiter nach Fleury-devant-Douaumont. Bereits an unserer ersten Station wurde deutlich, wie wertvoll Bernd Länglers langjährige Erinnerungsarbeit und seine persönlichen Kontakte für diese Reise waren. Ihn verbindet eine enge Freundschaft mit dem Bürgermeister der Gemeinde, Jean-Pierre Laparra – gewachsen durch zahlreiche Begegnungen und gemeinsame Initiativen.


Die Kapelle Notre-Dame de l’Europe

Dieser Freundschaft verdankten wir die Möglichkeit, die Kapelle auch von innen zu besichtigen. Jean-Pierre Laparra gab uns dabei Einblicke in ihre Geschichte und Bedeutung.

Die Kapelle wurde 1934 an der Stelle der im Krieg vollständig zerstörten Dorfkirche errichtet. Sie erinnert an Fleury und an die Menschen, die hier einst lebten. Mit ihrer späteren Widmung als Notre-Dame de l’Europe wurde sie zugleich zu einem Zeichen für Frieden und europäische Verständigung. Die Wandmalerei und die farbigen Glasfenster verleihen diesem Ort des Gedenkens eine besondere Atmosphäre.


Fleury – die Spuren eines verschwundenen Dorfes

Nach dem Kapellenbesuch erkundeten wir die Überreste des ehemaligen Dorfes Fleury.
Das Dorf wurde während der Schlacht von Verdun 1916 vollständig zerstört und nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut. Während der Kämpfe wechselte der Ort 16-mal zwischen französischer und deutscher Hand. Heute markieren Wege und Steine die einstigen Straßen und Häuser. Als Erinnerungsort besteht die Gemeinde trotz fehlender Einwohner bis heute weiter.

Wo einst Menschen wohnten, arbeiteten und ihren Alltag miteinander teilten, sind heute die Spuren der Zerstörung zu sehen. Gerade dieser Gegensatz macht Fleury zu einem eindringlichen Ort: Er erinnert daran, dass Krieg neben Menschenleben auch ganze Lebenswelten vernichtet.


„Der Mahlstrom“ –
Bernd Länglers Engagement hinterließ ein Zeichen

Zum Abschluss unseres Besuchs in Fleury besichtigten wir das Mahnmal „Der Mahlstrom“. Seine Entstehung geht maßgeblich auf Bernd Länglers Initiative und das Engagement der Reservistenkameradschaft Püttlingen zurück. Aus seinem Wunsch, in Fleury ein solches Zeichen des Gedenkens zu schaffen, wurde durch beharrlichen Einsatz und das Zusammenwirken vieler Unterstützer ein konkretes Projekt.

Die Skulptur des Künstlers Reiner F. Schulz wurde gemeinsam mit den Püttlinger Reservisten, Bürgermeister Jean-Pierre Laparra und weiteren Unterstützern verwirklicht und im Juli 2026 eingeweiht. Sie besteht aus Beton und Stahl und fügt sich in einen Granattrichter ein. Je nach Blickwinkel werden ein französischer oder ein deutscher Soldat, ein Helm oder scheinbar ungeordnete Metallteile sichtbar.

Das Mahnmal erinnert an den zerstörerischen Sog des Krieges und steht zugleich für deutsch-französische Freundschaft. Für unsere Gruppe war hier besonders greifbar, was Bernd Länglers Einsatz bewirkt: Er bewahrt Erinnerung und bringt Menschen über Grenzen hinweg zusammen.



Das Beinhaus von Douaumont – ein stilles Zeugnis des Verlustes

Von Fleury aus führte uns die Fahrt weiter zum Beinhaus von Douaumont. Eine Besichtigung der Innenräume war aus Zeitgründen leider nicht möglich. Doch bereits das Gebäude von außen, der davorliegende Soldatenfriedhof und der Blick durch die Fenster hinterließen einen nachhallenden Eindruck.

Das 1932 eingeweihte Beinhaus bewahrt die Gebeine von rund 130.000 nicht identifizierten französischen und deutschen Soldaten. Es ist ein Ort des gemeinsamen Gedenkens, der die Dimension der Verluste eindringlich sichtbar macht.

Hinter dieser kaum vorstellbaren Zahl stehen einzelne Menschen – Menschen mit Namen, Familien, Hoffnungen und einem Leben, das vom Krieg beendet wurde.



Der Bajonettgraben – zwischen Erinnerung und Legende

Unsere nächste Station war der Bajonettgraben, die „Tranchée des Baïonnettes“. Das 1920 errichtete Denkmal erinnert an französische Soldaten des 137. Infanterieregiments, die hier während der Kämpfe im Juni 1916 ums Leben kamen.

Bekannt wurde der Ort durch die Erzählung, die Männer seien bei einem Artillerieangriff im Stehen verschüttet worden, während ihre Bajonette aus der Erde ragten. Spätere Untersuchungen widerlegten diese Darstellung. Unabhängig von dieser Legende bleibt der Bajonettgraben ein bedeutender Ort des Gedenkens an die gefallenen Soldaten.



Das Mémorial de Verdun – Geschichte aus menschlicher Perspektive

Im Anschluss besuchten wir das Mémorial de Verdun. Das Museum steht auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs von Fleury. Es vermittelt die Geschichte der Schlacht aus französischer und deutscher Perspektive und richtet den Blick besonders auf die Menschen, die sie erlebten.

Mehr als 2.000 Sammlungsobjekte, persönliche Zeugnisse und audiovisuelle Darstellungen geben Einblicke in den Alltag der Soldaten, die Versorgung der Front und die Folgen der Kämpfe. Auch die Arbeit der Sanitätsdienste wird behandelt – ein Thema, das für uns als Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes eine besondere Bedeutung hat.



Fort Douaumont –
eine herausragende Führung durch Bernd Längler

Unsere letzte Besichtigungsstation war das Fort Douaumont, die größte Befestigungsanlage im Festungsgürtel von Verdun. Am 25. Februar 1916 wurde es von deutschen Truppen eingenommen und am 24. Oktober desselben Jahres von französischen Truppen zurückerobert. Seine Gänge und Räume zeugen noch heute von den Bedingungen, unter denen Soldaten dort lebten und kämpften.

Da wir keinen Termin für eine Führung erhalten hatten, übernahm Bernd Längler diese selbst. Sein fundiertes Wissen und seine Vertrautheit mit dem Fort machten die Besichtigung zu einem besonderen Erlebnis. Anschaulich erläuterte er die historischen Zusammenhänge und beantwortete unsere Fragen ausführlich, verständlich und mit großer Sachkenntnis.

Trotz seiner eingeschränkten Mobilität führte er uns mit außergewöhnlichem persönlichem Einsatz durch das gesamte Fort. Dass er diese Aufgabe übernahm und sein Wissen so bereitwillig mit uns teilte, verdient unsere besondere Anerkennung. Für unsere Gruppe hätten wir uns keinen besseren Begleiter durch die Flure dieser Anlage wünschen können.



Gemeinsamer Ausklang und ein herzliches Dankeschön

Nach dieser interessanten und sehr informativen Besichtigung traten wir die Heimreise an. Am Abend kehrten wir gemeinsam im Gasthaus Bohlen in Bubach ein. Beim Abendessen ließen wir den Tag ausklingen und tauschten uns über die vielen Eindrücke aus.

Unser ganz besonderer Dank gilt Bernd Längler: für seine großartige Idee, seine Initiative und das herausragende Engagement, mit dem er diese Reise ermöglicht und begleitet hat. Sein Wissen, seine persönlichen Kontakte und seine Bereitschaft, sich für unsere Gruppe einzusetzen, haben diesen Tag entscheidend geprägt. Er hat uns die Geschichte der Orte nähergebracht und zugleich gezeigt, wie lebendig Erinnerungsarbeit und Verständigung heute sein können.

Ebenso herzlich danken wir Fabio Jochum, der die Idee mit Begeisterung aufgriff und die Fahrt gemeinsam mit Bernd Längler organisierte.
Unser Dank gilt außerdem beiden DRK-Ortsvereinen für die großzügige Kostenübernahme sowie den Kollegen aus Bubach-Calmesweiler für das spendierte Frühstück.

Verdun hat uns eindringlich vor Augen geführt, wie kostbar Frieden ist und wie viel Verantwortung mit dem Erinnern verbunden bleibt. Die Freundschaft und die Begegnungen dieses Tages zeigen, dass aus einer schmerzvollen gemeinsamen Geschichte Verständigung wachsen kann.
Diese Reise wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.