Hilfstransporte – Hilfe, die ankommt
Helfen, wo Hilfe gebraucht wird
Hilfstransporte gehören seit Jahrzehnten zu den besonderen Aufgaben unseres DRK Ortsvereins Hüttigweiler-Hirzweiler.
Was Anfang der 1990er-Jahre mit einigen Säcken Kleidung, Lebensmitteln und viel persönlichem Engagement begann, hat sich im Laufe der Jahre zu einem festen Bestandteil unserer ehrenamtlichen Arbeit entwickelt.
Heute blicken wir auf zahlreiche Hilfsaktionen und viele tausend Kilometer zurück. Unsere Wege führten und führen uns nach Rumänien, in das von der Flutkatastrophe schwer getroffene Ahrtal und – über unsere Partner und Freunde – bis zu den Menschen in den Kriegsgebieten der Ukraine.
Dabei hat sich eines nie verändert:
Wir möchten dort helfen, wo Hilfe tatsächlich benötigt wird – möglichst unmittelbar, persönlich und unbürokratisch.
Mehr als einen Lkw beladen
Ein Hilfstransport beginnt für uns nicht erst dann, wenn ein Lkw vom Hof fährt.
Lange vorher beginnt die eigentliche Arbeit.
Kleidung und Sachspenden werden angenommen, gesichtet, sortiert und verpackt. Hilfsgüter müssen organisiert, zwischengelagert und für den Transport vorbereitet werden. Kontakte zu Einrichtungen und Helfern vor Ort werden gepflegt, Transportmöglichkeiten gesucht und vor allem muss geklärt werden:
Was wird vor Ort wirklich gebraucht?
Denn Hilfe ist nur dann sinnvoll, wenn sie sich am tatsächlichen Bedarf der Menschen orientiert.
So gehörten im Laufe der Jahre unter anderem Kleidung, Schuhe, Hygieneartikel, Lebensmittel, Spielzeug, Fahrräder, Rollatoren und Gehhilfen, Verbands- und Krankenhausmaterial, Pflegebetten, Möbel, Schul- und Büroeinrichtungen, medizinische Hilfsmittel, Desinfektionsmittel und sogar Stromaggregate zu unseren Hilfsgütern.
Hinter jeder verladenen Kiste stehen dabei Menschen, die gespendet, gesammelt, sortiert, verpackt, organisiert oder beim Verladen mit angepackt haben.
Eine Hilfe, die seit Jahrzehnten Bestand hat
Den Anfang unserer heutigen Hilfstransporte machte die Hilfe für Menschen in Rumänien.
Aus einer zunächst kleinen Hilfsaktion entwickelte sich eine Partnerschaft, die über Jahrzehnte gewachsen ist. Aus wenigen Hilfsgütern wurden im Laufe der Zeit komplette Lkw-Ladungen und schließlich große Sattelzüge.
Unser Schwerpunkt liegt bis heute in der Region Arad und insbesondere rund um Lipova.
Auch wenn sich Rumänien seit unseren ersten Fahrten stark verändert hat, erleben wir gerade in ländlichen Regionen weiterhin große Armut. Besonders ältere Menschen, sozial benachteiligte Familien und Kinder sind hiervon betroffen.
Deshalb endet unsere Hilfe nicht an einer Laderampe.
Mitglieder unseres Ortsvereins haben die Transporte über viele Jahre persönlich begleitet und die Verteilung vor Ort unterstützt. Durch die langjährigen Kontakte wissen wir, welche Einrichtungen und Menschen Unterstützung benötigen.
Unsere Hilfe erreichte unter anderem Krankenhäuser, soziale Einrichtungen, Kinder und Jugendliche, Menschen mit Behinderung, Obdachlose sowie Bewohner abgelegener und besonders armer Ortschaften.
Aus einer Hilfsaktion sind dabei längst Freundschaften entstanden.
Das Ahrtal – helfen in der eigenen Heimat
Dass große Not nicht tausende Kilometer entfernt sein muss, zeigte uns im Sommer 2021 die verheerende Flutkatastrophe im Ahrtal.
Auch hier war für uns schnell klar: Wir wollen helfen.
Unser Ortsverein beteiligte sich gemeinsam mit weiteren DRK-Ortsvereinen an einem mehrtägigen Verpflegungseinsatz. Unter schwierigen Bedingungen wurden täglich bis zu 1.700 Portionen Mittagessen zubereitet sowie rund 2.400 Brötchen belegt und zu Ausgabestellen im Schadensgebiet gebracht.
Doch auch nach dem eigentlichen Katastropheneinsatz war für uns die Hilfe nicht beendet.
Sachspenden, Hygieneartikel, Lebensmittel, Werkzeuge und Geldspenden wurden gezielt dorthin gebracht, wo sie benötigt wurden. Dabei entstanden Kontakte zu Menschen und privaten Hilfsinitiativen, aus denen Freundschaften und eine Zusammenarbeit hervorgingen, die bis heute Bestand haben.
Und genau diese Kontakte sollten später erneut eine wichtige Rolle spielen.
Vom Ahrtal bis in die Ukraine
Mit Beginn des Krieges in der Ukraine standen plötzlich Millionen Menschen vor einer Situation, die kaum vorstellbar war.
Wieder stellte sich für uns nicht die Frage, ob wir helfen können, sondern wie wir sinnvoll helfen können.
Dabei konnten wir auf etwas zurückgreifen, das sich über Jahrzehnte entwickelt hatte: Erfahrung, persönliche Kontakte und gegenseitiges Vertrauen.
Über unsere langjährigen Freunde und Ansprechpartner in Rumänien konnten bereits kurz nach Kriegsbeginn Hilfsgüter bis an die rumänisch-ukrainische Grenze gebracht werden. Von dort gelangten sie weiter zu Krankenhäusern, Flüchtlingsunterkünften und schließlich auch in die Ukraine.
Später entstand aus den während der Fluthilfe im Ahrtal geknüpften Kontakten eine weitere Verbindung.
Über die Hilfsorganisation „Rheinbach hilft e.V.“ können seitdem regelmäßig Hilfsgüter unseres Ortsvereins gemeinsam mit weiteren Spenden in die Ukraine und insbesondere in die vom Krieg schwer betroffene Region um Charkiw gebracht werden.
Kleidung, Lebensmittel, Hygieneartikel, medizinisches Material, Gehhilfen, Rollatoren, Desinfektionsmittel und andere dringend benötigte Güter haben auf diesem Weg bereits ihre Empfänger erreicht.
So führte eine Kette der Hilfsbereitschaft schließlich vom Saarland über das Ahrtal bis in die Ukraine.
Hilfe funktioniert nur gemeinsam
Keiner dieser Transporte wäre allein möglich.
Unsere Hilfsaktionen leben von Menschen, Unternehmen, Vereinen und Organisationen, die uns unterstützen.
Von den Menschen, die gut erhaltene Kleidung und andere benötigte Dinge spenden.
Von Unternehmen, die Waren, Lebensmittel, medizinische Ausstattung, Möbel oder Verpackungsmaterial zur Verfügung stellen.
Von befreundeten DRK-Ortsvereinen und anderen Vereinen, deren Helfer gemeinsam mit uns sammeln, sortieren, verpacken und verladen.
Von Speditionen, Fahrern und Organisationen, die Transporte ermöglichen.
Von unseren Freunden und Ansprechpartnern in den jeweiligen Regionen, die uns mitteilen, was benötigt wird und dafür sorgen, dass die Hilfe die richtigen Menschen erreicht.
Und natürlich von unseren eigenen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die unzählige Stunden ihrer Freizeit investieren.
Hilfstransporte sind Teamarbeit.
Aus einer Hilfsaktion wird ein Netzwerk
Vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Erfahrungen aus mehr als drei Jahrzehnten Hilfsarbeit:
Hilfe schafft Verbindungen.
Aus einer Begegnung entstehen Kontakte.
Aus Kontakten entsteht Vertrauen.
Aus Vertrauen entsteht Zusammenarbeit.
Und aus Zusammenarbeit entstehen manchmal Freundschaften, die viele Jahre überdauern.
Unsere Rumänienhilfe hat uns Kontakte und Erfahrungen ermöglicht, die später bei der Ukraine-Hilfe wertvoll wurden.
Während der Flutkatastrophe im Ahrtal lernten wir Menschen kennen, mit denen wir heute gemeinsam Hilfe für die Ukraine organisieren.
Andere DRK-Ortsvereine, Vereine, Unternehmen und private Helfer schließen sich Aktionen an und bringen wiederum eigene Möglichkeiten und Kontakte mit ein.
So wird aus vielen einzelnen helfenden Händen ein Netzwerk.
Wir machen weiter
Wir wissen, dass wir mit unseren Hilfstransporten nicht alle Probleme lösen können.
Eine Lkw-Ladung Kleidung beendet keine Armut.
Ein Transport mit Lebensmitteln beendet keinen Krieg.
Einige Tonnen Hilfsgüter beseitigen nicht die Folgen einer Naturkatastrophe.
Aber für den einzelnen Menschen, der eine warme Jacke erhält, für ein Kind, das versorgt werden kann, für eine soziale Einrichtung, die dringend benötigte Ausstattung bekommt, oder für eine Familie, die Lebensmittel erhält, kann diese Hilfe einen ganz konkreten Unterschied machen.
Und deshalb machen wir weiter.
Wir sammeln.
Wir sortieren.
Wir verpacken.
Wir organisieren.
Wir verladen.
Wir fahren.
Und manchmal stehen wir nach vielen Stunden Arbeit vor einem voll beladenen Lkw und wissen:
Viele einzelne Spenden und viele helfende Hände sind gerade zu etwas Großem geworden.
Hilfe kennt keine Entfernung
Ob in Hüttigweiler und Hirzweiler, im Ahrtal, in Rumänien oder in der Ukraine – für uns gilt derselbe Grundsatz:
Wir helfen Menschen in Not – unabhängig davon, wo sie leben.
Das ist für uns gelebtes Rotes Kreuz.
Und solange unsere Hilfe gebraucht wird und wir die Möglichkeit haben zu helfen, werden wir versuchen, genau das zu tun.